Was für eine Spielzeit 2025/26! Die Erfolgswelle der Volleys Marburg-Biedenkopf reißt nicht ab und unterstreicht die Ausnahmestellung der Spielgemeinschaft in der Region und in Hessen. Nach einer bereits überragenden Gesamtsaison, in der die Kooperation der beiden Vereine TV Biedenkopf und VFL Marburg sowie die enge Verzahnung mit den dazugehörigen Talentarbeiten an der Lahntalschule Biedenkopf und des Gymnasium Philippinum Früchte trägt, setzte das U18-Team am vergangenen Wochenende die vorläufige Krone auf. In Heiligenstein (Speyer) sicherte sich die Mannschaft den Titel des Südwestdeutschen Meisters und löste damit souverän das Ticket für die Deutsche Meisterschaft in Paderborn.
Mit 14 hochmotivierten Spielerinnen und einer lautstarken Fankurve aus mitgereisten Eltern im Rücken starteten die Volleys nach Maß mit zwei klaren 2:0 Siegen in das Turnier. Weder die SSG Schwarzenholz Griesborn noch der VC Neuwied fanden ein Mittel, um den Spielfluss der Marburg-Biedenkopferinnen zu stören. Während Libera Emilia Adam die Annahme stabil hielt, konnten die Zuspielerinnen Marie Manthei und Maila Moog den Angriff nahezu störungsfrei aufbauen. Am Netz ließen die Mittelblockerinnen Elea Hofmann und Julia Dettbarn kaum eine Lücke in den Blockreihen offen. Auch im Halbfinale gegen den SSC Freisen ließen sich die Volleys nicht bremsen. Trotz zweier Zweitliga-erfahrenen Spielerinnen aufseiten der Saarländerinnen behielten die Volleys stets den nötigen Abstand und siegten klar mit 2:0 (-15, -18). Besonders die U16-Spielerin Julia Dettbarn glänzte mit druckvollen Aufschlägen, die Freisen zur Verzweiflung brachten. Mit dem Halbfinalsieg war das DM-Ticket bereits sicher in der Tasche.
Im Finale wartete der Dauerrivale aus Hessen: der VC Wiesbaden. Was für Nachwuchstrainer Volkmar Hauf bereits das erste Vorbereitungsspiel für die Deutsche Meisterschaft war, entwickelte sich zu einer emotionalen Herausforderung für Spielerinnen und Fans. Zunächst schien Wiesbaden wie eine „dunkle Wolke“ über die Volleys hereinzubrechen. Körperlich deutlich überlegen, gelang den Landeshauptstädterinnen alles, sodass der erste Satz mit 7:25 gegen die Volleys endete. Doch das Team wollte dies nicht auf sich sitzen lassen und startete das Spiel mental ein zweites Mal – und diesmal mit Erfolg. Die Annahme nahm das Duell an und entschied es am Ende für sich. Im Angriff setzten sich Mannschaftsführerin Melinda Reinke, Außenangreiferin Tessa Moog und Diagonalangreiferin Ida Wilke mit Härte und Esprit zunehmend besser durch.
Man merkte deutlich, dass die Volleys als eher kleines Team gewohnt sind, mehrmals in einem Ballwechsel gegen die gegnerische Defence anzulaufen, ohne die Konzentration zu verlieren, während Wiesbaden in der gleichen Situation eher die Geduld verlor und Chancen vergab. Bereits verloren geglaubte Ballwechsel konnten noch verteidigt und in Punkte für die Volleys gedreht werden. Die Halle stand Kopf, als der Satzausgleich zum 25:23 bejubelt wurde. Im entscheidenden Tie-Break hielten die Volleys diesen Schwung aufrecht. Tessa Moog war nicht mehr zu bremsen und Zuspielerin Marie Manthei erlief jeden Ball mit persönlichem Streckenrekord und die eingewechselte Elisa Alessandrini brachte nach so einem langen Turniertag noch einmal die nötige Dosis Euphorie aufs Feld. Mit 15:13 gewinnen die Volleys die Goldmedaille in einem Finale an das noch alle lange denken werden.
Die Volleys Marburg-Biedenkopf feiern, nachdem bereits ihre U20 sich als Südwestdeutscher Vizemeister für die DM in Lohne (Osnabrück) qualifiziert hat, bereits die zweite DM Teilnahme in dieser Saison. Ein Riesenerfolg für alle Volleyballerinnen des Regionalen Talentzentrums Marburg Biedenkopf. Nun blickt alles gespannt nach Paderborn, wo sich das Team auf nationaler Bühne präsentieren wird.
1. SG Volleys Marburg-Biedenkopf
2. VC Wiesbaden
3. SSC Freisen
4. VC Neuwied 77
5. SSG Schwarzenholz-Griesborn
6. TuS Heiligenstein
Es spielten: Tessa Moog, Marie Manthei, Melinda Reinke, Elea Hofmann, Emila Adam, Julia Dettbarn, Ida Wilke, Emily Michel, Charlotte Lenz, Elisa Alessandrini,Fatimah Citlak, Julia Hedoch, Maila Moog, Alessia Simon

