Zu früh gejubelt

31. Oktober 2026. Die Volleys Marburg-Biedenkopf haben die TG Mainz Gonsenheim in heimischer Halle mit 3:0 (25:22, 25:21, 26:24) besiegt, drei weitere Tabellenpunkte eingesammelt und ihren zweiten Platz in der Regionalliga Südwest gefestigt. Es war ein Nachmittag, bei dem alle Volleyballfans auf ihre Kosten kamen. Aus stabiler Annahme und einer starken, bis ans Spektakuläre grenzenden Abwehrleistung entwickelten die Gastgeberinnen immer wieder den nötigen Angriffsdruck, um vor allem zum Satzende den Sack zuzumachen.

Zunächst aber spielten die Gonsenheimerinnen ihre Größenvorteile aus. Gleich im ersten Satz punkteten sie fünfmal mit Blockaktionen, und auch die Einwechslung der Jugendspielerin Charlotte Lenz, die den Spielaufbau der Volleys spürbar stärkte und mehr Angriffsoptionen eröffnete, änderte vorerst wenig an diesem Mainzer Blockbollwerk. Mit 20:16 erreichten die Gäste als Erste die Crunchtime. Sie hatten allerdings die Rechnung ohne Marie Manthei gemacht. Die Zuspielerin blies mit viel Aufschlagfinesse und drei Assen zum Hallali und brachte die Volleys bis zum 23:20 wieder in Reichweite des Satzgewinns. Den besorgte schließlich Diagonalspielerin Emma Bögel mit einem Angriffsdoppelpack zum 25:22.

Im zweiten Durchgang arbeiteten sich beide Teams Kopf an Kopf dem Satzende entgegen, ohne dass sich einer einen entscheidenden Vorteil erspielte. Mannschaftsführerin Amelie Reisz, die im ersten Satz noch etwas unter dem Radar gelaufen war, fand nach und nach die Mittel für einen erfolgreichen Angriffsabschluss. Mittelblockerin Amelie Grünefeld hielt derweil am Netz Gonsenheims Erfolgsaussichten in Grenzen. So blieben die Volleys nicht nur im Spiel, sondern verunsicherten auch ihre Gäste, bei denen sich gegen Ende einige unforced Errors einschlichen. Der Satz ging mit 25:21 an Marburg-Biedenkopf.

Nun musste die TG Mainz Gonsenheim all in gehen. Sie erhöhte Aufschlag- und Angriffsdruck und nahm dafür auch eine steigende Fehlerzahl in Kauf. Gegen den starken Annahmeriegel um Libera Isabell Krawat und die Abwehrarbeit der Volleys schien ohnehin nur noch mehr Risiko zu helfen. Doch die Gastgeberinnen hielten dem Druck nicht nur stand: Manthei setzte die Schnellangreiferinnen Grünefeld und Luca Muth zunehmend in Szene und ließ damit plötzlich auch den Gonsenheimer Block alt aussehen. Eine kleine Serie von Eigenfehlern im Angriff verhalf den Gästen dennoch zu einer 20:16-Führung. Aber die Volleys blieben dran, mental stark und fehlerfrei. Sie glichen einen Satzball für Gonsenheim zum 24:24 aus und hatten nach einem Angriffspunkt von Tessa Moog, mit 15 Treffern ihre angriffsstärkste Spielerin, beim 25:24 den ersten Matchball.

Wie der 26. Punkt zustande kam, steht sinnbildlich für die abwehrstarke Spielweise dieser jungen Volleys. Ein Angriff von Tessa Moog wurde fulminant abgeblockt, doch Manthei sicherte spektakulär, und Krawat reagierte ebenfalls blitzschnell und hielt den Ball im Spiel. Die Gäste wollten bereits zum Jubeln übergehen, als Moog den Ball schließlich doch noch auf die andere Netzseite spitzelte. Sie überforderte damit die Gegnerinnen und machte deren sicher geglaubten Punktgewinn zunichte. Der 3:0 Sieg war perfekt.

Es spielten: Emma Bögel, Tessa Moog, Amelie Reisz, Amelie Grünefeld, Luca Muth, Marie Manthei, Isabell Krawat, Charlotte Lenz

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