Nervenkrimi in Mainz: VMB bewahrt im Tie-Break die Ruhe

In einem Spiel zwischen Ekstase und Haare raufen sichern sich die Volleys einen immens wichtigen 3:2-Sieg gegen den Tabellendritten TSG Mainz Bretzenheim. Der Klassenerhalt in der Regionalliga rückt damit in greifbare Nähe.

Es war nichts für schwache Nerven, was die Volleys Marburg Biedenkopf am vergangenen Wochenende in Mainz ablieferten. Am Ende des Auf und Ab der Gefühle, leuchtete ein hart erkämpftes 2:3 (22:25, 25:10, 17:25, 25:18, 11:15) von der Anzeigetafel. Ein Sieg, der den neunten Saisonerfolg markiert und ein riesiger Schritt Richtung rettendes Ufer ist.

Ein Spiel der zwei Gesichter

Dabei glich die Partie einem Wechselbad. Die Sätze eins, drei und fünf verliefen ganz nach dem Geschmack der Volleys. Aus einer stabilen Annahme heraus bauten sie über die Außenpositionen massiven Druck auf. Selbst wenn die Bretzenheimerinnen Zeit hatten ihren Block und die Feldabwehr sicher aufzustellen, fanden die Gäste immer wieder gute Lösungen im Angriff. Besonders in der sogenannten „Crunchtime“ – wenn die Sätze entschieden werden – agierten die Volleys präsent und entschlossen. Dass das Spiel über die Mitte an diesem Tag nicht recht ins Rollen kam, wurde durch die starke Performance auf Außen wettgemacht.

Doch es gab auch die dunklen Momente: In den Sätzen zwei und vier ging zeitweise fast nichts mehr. Eine unentschlossene Annahme verhinderte den geordneten Spielaufbau, während die „Abteilung Attacke“ viel zu vorsichtig agierte und sich zu viele Eigenfehler erlaubte. Die Gastgeberinnen aus Mainz ließen sich nicht zweimal bitten, hielten den Druck hoch und nahmen den Volleys diese Sätze fast chancenlos ab.

Mentale Stärke im entscheidenden Moment

Es spricht jedoch für das gewonnene Selbstbewusstsein der Volleys in dieser Rückrunde, dass sie nach solchen Rückschlägen nicht einbrachen. Trotz Problemen beim Aufschlag – zu viele Fehler bei gleichzeitig wenig Wirkung – rückte das Team enger zusammen.

Da der Aufschlag wenig dazu Beitrug den Breakpunkt zu erzielen, mussten der Block, die Feldabwehr und der Gegenangriff es richten. 

Ein entscheidender Faktor war die Ruhe der jungen Nachwuchsspielerin und Libera Helin Tokcan, die mit präzisen Abwehraktionen die Basis legte. So konnte Zuspielerin Marie Manthei die Angriffe variabel organisieren. Im entscheidenden Tie-Break schlug dann die Stunde der Erfahrung: Luisa Papritz und Josefine Mentrup dominierten das Geschehen am Netz. Beeindruckende acht der fünfzehn Punkte im Entscheidungssatz gingen allein auf ihr Konto.

„Ein Blick auf die Tabelle zeigt, wie wertvoll dieser Sieg war, um nicht gleich wieder nach unten abzurutschen.“

Trotz des Erfolgs ist der Klassenerhalt noch nicht final in trockenen Tüchern. Aus den zwei verbleibenden Spielen benötigen die Volleys noch einen Sieg, um die Liga aus eigener Kraft zu halten.

Die nächste Gelegenheit bietet sich am kommenden Samstag, den 21.02.26. In der heimischen Lahntalschule Biedenkopf empfangen die Volleys die TSG Stadecken-Elsheim. Mit der lautstarken Unterstützung der Fans soll dort der nächste große Schritt gemacht werden.

Es spielten:   Amelie Reisz, Nele Güttler, Emma Bögel, Helin Tokcan, Tessa Moog, Josefine Mentrup, Marie Manthei, Leonie Sperling, Luisa Papritz

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