Spannendes Doppel-Wochenende in Wiesbaden: Volleys sichern sich wichtige Punkte

Am vergangenen Wochenende waren die Volleys Marburg-Biedenkopf gleich zweimal auswärts in Wiesbaden gefordert. Während sie am Samstag das im DVV-Stützpunkt beheimatete Team noch mit 3:1 besiegten, mussten sie sich am Sonntag gegen die Regionalliga-Vertretung des VC Wiesbaden knapp mit 2:3 geschlagen geben. Mit den vier gewonnenen Zählern halten sich die Volleys zwar im Mittelfeld der Tabelle, doch das Rennen um den Klassenerhalt bleibt spannend: Gleich fünf Teams stehen eng beieinander und jede Mannschaft ist für eine Überraschung gut.

Samstags-Krimi gegen den DVV-Stützpunkt

Endergebnis: 1:3 (25:23, 26:28, 17:25, 24:26)

Gegen das junge Team des DVV-Stützpunktes lief es für die Volleys von Beginn an nicht richtig rund. Die Gastgeberinnen gingen hohes Risiko in Aufschlag und Angriff und erwischten die Marburg-Biedenköpferinnen prompt auf dem falschen Bein. Die Annahme wankte, wodurch der Spielaufbau zu oft nur noch Angriffe über die Außenpositionen zuließ. Das Stützpunktteam verteidigte seinen Vorsprung bis in die „Crunchtime“. Beim Stand von 17:19 gegen die Volleys nahm sich jedoch Amelie Reisz ein Herz: Mit einer starken Serie und einigen Aufschlagassen holte sie die Punkte zurück und brachte ihr Team mit 22:19 in Führung. Doch nach erneuten Schwächen in der Annahme mussten die Volleys den ersten Satz schließlich doch noch mit 23:25 den Gastgeberinnen überlassen.

Nach diesem holprigen Start in das wichtige Spiel musste Luisa Papritz ran, die zuvor lange krankheitsbedingt ausgefallen war und entsprechend mit Trainingsrückstand zu kämpfen hatte. Sie legte jedoch eindrucksvoll los und brachte sofort Sicherheit in das Spiel der Volleys. Beim Stand von 15:8 hatte Papritz bereits sechs Punkte auf ihrem Konto. Dennoch blieb die Partie eine Achterbahnfahrt: Trotz einer komfortablen 21:14-Führung gelang es den Volleys nicht, den Angriffsdruck aufrechtzuerhalten. Punkt für Punkt gaben sie ab, bis die Gastgeberinnen bei 24:22 sogar ihren ersten Satzball hatten. Die Volleys wackelten sich jedoch zum Ausgleich, und der Satz ging in die Verlängerung. Dank mutiger Angriffspunkte von Amelie Grünfeld und Josefine Mentrup behielten die Volleys mit 28:26 das glücklichere Ende für sich.

Im dritten Durchgang agierten die Volleys deutlich entspannter. Die Annahme hielt und vorne punktete Josefine Mentrup nun nach Belieben. Mit 25:17 ging dieser Satz deutlich an die Gäste, was dem Selbstbewusstsein sichtlich guttat. Entsprechend befreit spielten sie weiter. Diesmal war es Tessa Moog, die vom Stützpunktteam nicht zu halten war und die Volleys auf 11:7 davonziehen ließ. Doch beim Stand von 22:19 aus Sicht der Volleys riss der Faden erneut. Der Angriffsdruck war plötzlich verschwunden, und man überließ den Gegnerinnen quasi kampflos die Bälle. Diese ließen sich die Chance nicht entgehen und zogen auf 24:22 vorbei. Dass die Volleys den Sieg dennoch unter Dach und Fach bringen konnten, lag an Marie Manthei: Mit druckvollen Aufschlägen beeindruckte sie die Gastgeberinnen ein letztes Mal und beendete die Partie schließlich mit einem Ass zum 26:24.


Krimi am Sonntag: Achterbahnfahrt gegen den VC Wiesbaden

Endergebnis: 3:2 (20:25, 25:23, 25:22, 21:25, 18:16)

Nach dem Kraftakt am Samstag lieferten sich die Volleys auch am Sonntag einen harten Kampf gegen den VC Wiesbaden, mussten sich diesmal jedoch nach fünf Sätzen denkbar knapp geschlagen geben.
Das Auf und Ab des Vortages sollte sich im Spiel gegen den VC Wiesbaden eins zu eins wiederholen. Obwohl die Volleys den ersten Satz stets sicher führten und souverän mit 25:20 gewannen, fehlte es in der Folge an Konstanz. Besonders die Art und Weise, wie die Gegnerinnen immer wieder in Serien punkteten, zeigte, dass sich keine echte Stabilität im Spiel der Volleys einstellen wollte.

Die Qualität der ersten Ballkontakte – Aufschlag, Annahme und Abwehr – reichte schlicht nicht aus, um die Wiesbadenerinnen dauerhaft zu beeindrucken oder einen variablen Spielaufbau zu ermöglichen. So liefen die Volleys im zweiten Satz von Beginn an einem 0:7-Rückstand hinterher. Trotz einer kämpferischen Aufholjagd, bei der sie sich peu à peu herantasteten, reichte es am Ende nicht mehr, um das 23:25 und den Satzausgleich zu verhindern.

Im dritten Durchgang drehten die Volleys den Spieß zunächst um und lagen durch starke Angriffspunkte von Amelie Grünfeld und Leonie Sperling deutlich in Führung. Doch dann riss der Faden erneut: Ab dem Stand von 16:11 gelang den Volleys bis zum 21:21 kein einziger aktiver Punkt mehr. Ohne den nötigen Druck und Esprit machten sie den VCW stark und überließen den Gastgeberinnen mit 22:25 auch diesen Satz.

Mit dem Rücken zur Wand und einem 1:2-Satzrückstand zeigten die Volleys im vierten Durchgang ihren wohl besten Satz des gesamten Wochenendes. Libera Isabell Krawat bekam nun deutlich mehr Zugriff auf die Angriffe der Wiesbadenerinnen, wodurch selbst aus schwierigen Abwehrsituationen variabel angegriffen werden konnte. Der verdiente 2:2-Ausgleich und das Erreichen des Tie-Breaks brachten die Hoffnung auf den Gesamtsieg zurück. Doch im entscheidenden fünften Satz fehlte letztlich der Mut im Angriff. Wiesbaden riskierte mehr und zog schnell davon. Beim Stand von 13:9 für Wiesbaden schien die Partie bereits entschieden, als zwei Eigenfehler der Gastgeberinnen die Volleys noch einmal wachrüttelten. Josefine Mentrup und Tessa Moog nutzten ihre Chancen im Angriff konsequent und erspielten den Volleys bei 15:14 sogar den ersten Matchball. Doch der Sack konnte nicht zugemacht werden. Wiesbaden hielt dagegen und sicherte sich mit 18:16 den Tie-Break und damit den Heimsieg.

Trainer Volkmar Hauf bilanzierte das Wochenende nach der knappen Niederlage nüchtern:

„Obwohl wir uns durch das Wochenende mehr gequält als gespielt haben, nehmen wir die vier Punkte gerne mit. Nun haben wir 14 Tage Zeit, an der spielerischen Leichtigkeit des Seins zu arbeiten und wieder die notwendige Präzision in unser Spiel zu bekommen.“

Es spielten: Amelie Reisz, Isabell Krawat, Tessa Moog, Josefine Mentrup, Marie Manthei, Leonie Sperling, Nele Scholand, Amelie Grünefeld, Luisa Papritz

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