Volleys Marburg-Biedenkopf – HTG Bad Homburg 0:3 (28:30, 21:25, 23:25)
Würden Sätze im Volleyball bereits bei 20 Punkten enden, hätten die Volleys Marburg Biedenkopf den Regionalligazweiten HTG Bad Homburg glatt mit 3:0 besiegt und einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Da die Abrechnung jedoch erst ab dem 25. Punkt erfolgt, standen die Gastgeberinnen nach einem hochklassigen Schlagabtausch trotz einer starken Leistung mit leeren Händen da. Am Ende hieß es 0:3 (28:30, 21:25, 23:25) – eine Partie, die schmerzhaft bewies, dass der Konjunktiv eben doch der „Freund der Verlierer“ bleibt.
Dramatik pur in der Crunch-Time
In einem rasanten Spiel zeigten sich beide Teams nach der kurzen Winterpause bereits in bestechender Form. Lange umkämpfte Ballwechsel begeisterten die Zuschauer und forderten den Spielerinnen athletisch wie mental alles ab. Über weite Strecken hatte die HTG Mühe Schritt zu halten, da die Volleys stets mit einigen Breaks in Führung lagen.
Besonders Luisa Papritz und Josefine Mentrup glänzten im Angriff und führten die Scorerliste der Volleys an. Doch als die Gastgeberinnen die „Crunch-Time“ erreichten und den Satzsieg vor Augen hatten, fehlte der nötige Mut und der letzte Esprit. Bad Homburg hingegen agierte abgezockt, bewahrte die Geduld und bestrafte die nun unkonzentrierteren Abschlüsse der Volleys konsequent. Dass der erste Durchgang erst mit 28:30 verloren ging, sprach Bände über die Intensität der Partie.
Zehn-Punkte-Vorsprung reicht nicht zum Satzgewinn
Der zweite Satz verlief nach einem ähnlichen Muster: Die Volleys rackerten unermüdlich und gingen mit einem Drei-Punkte-Vorsprung (20:17) in die entscheidende Phase. Erneut waren es die Gäste, die den längeren Atem bewiesen und den Sack mit 25:21 zumachten.
Völlig kurios wurde es im dritten Durchgang. Angeführt von der glänzend aufgelegten Zuspielerin Marie Manthei, die mit einer starken Aufschlagserie den Weg ebnete, erspielten sich die Volleys einen komfortablen Zehn-Punkte-Vorsprung. Doch selbst dieses Polster reichte nicht aus. Punkt für Punkt arbeitete sich die HTG heran, glich bei 23:23 aus und nutzte die Verunsicherung der Heimspielerin eiskalt zum 25:23-Endstand.
Trainer Hauf setzt auf Lerneffekt
Trotz der Enttäuschung über das nackte Ergebnis blickte Trainer Volkmar Hauf nach dem Abpfiff bereits wieder nach vorne: „Der Ausgang des Spiels ist für uns natürlich nicht befriedigend, trotzdem haben wir gegen einen sehr konstant spielenden Gegner ein gutes Spiel gezeigt. Wenn wir unsere Chancen besser nutzen und lernen, in den entscheidenden Momenten geduldiger zu agieren, gehen wir gut vorbereitet in die nächsten Aufgaben.“
Hauf vertraut auf den Lerneffekt aus dieser Partie. Die Leistung macht Mut für den Abstiegskampf – sofern die Volleys künftig auch nach dem 20. Punkt die Nerven behalten.
Es spielten: Amelie Reisz, Nele Güttler, Emma Bögel, Isabell Krawat, Tessa Moog, Josefine Mentrup, Marie Manthei, Leonie Sperling, Luisa Papritz, Nele Scholand, Amelie Grünefeld


Fotos: Lars Hinter – Hier findet ihr alle Fotos. Instagram: https://www.instagram.com/lh_sportfotografie/