Vom Tiefstart zum Tie-Break: Volleys kämpfen sich zurück und holen wichtigen Punkt

TV Vallendar – Volleys Marburg Biedenkopf 3:2 (25:18, 25:15, 17:25, 22:25, 15:13)

Zum Auftakt der Rückrunde bestritten die Volleys Marburg-Biedenkopf ihr Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn TV Vallendar – und das Duell wurde zum Spiegelbild der gesamten Hinrunde. Zunächst ohne Esprit und Durchsetzungskraft gestartet, schauten die Volleys zwei Sätze lang ihren gut organisierten Gegnerinnen nahezu ratlos zu. Doch wie so oft stemmten sie sich aus einer starken Feldabwehrleistung zurück in die Partie, rissen das Ruder herum und erzwangen den Tie-Break. Am Ende reichte es zwar nicht mehr zum Sieg, doch die knappe 3:2‑Niederlage aus bereits aussichtsloser Lage und der gewonnene Tabellenpunkt entließen die Volleys versöhnlich in die Weihnachtspause.

Was war passiert?
Zu lange dauerte es im ersten Durchgang, bis die Volleys dem schnellen Aufbauspiel Vallendars folgen konnten. Obwohl die Gastgeberinnen körperlich unterlegen waren, fanden die Marburgerinnen in Block und Feldabwehr kein wirksames Mittel. Die Angriffe aus Annahme und Feldabwehr waren für Vallendar nur „warme Luft“ und wurden konsequent wegverteidigt. In den ersten beiden Sätzen erzielten die Volleys lediglich neun Angriffspunkte – ein absoluter Minusrekord. Dabei mühte sich die leicht angeschlagen ins Rennen gegangene Zuspielerin Marie Manthei, die Außenangreiferinnen bestmöglich einzusetzen. Doch die Angreiferinnen agierten nicht zwingend genug und blieben blass.

Nach dem 2:0 aus Vallendarer Sicht schien alles auf einen deutlichen Heimsieg hinauszulaufen. Doch die Volleys besannen sich eines Besseren. Nicht ganz aus heiterem Himmel, sondern mit vier neuen Spielerinnen auf dem Feld, kam wieder Leben ins Spiel.

Renate Kern übernahm das Ruder im Zuspiel und brachte Ordnung ins Angriffsspiel. Die erst 15‑jährige Tessa Moog übernahm Verantwortung in Annahme und Angriff. Nele Güttler stabilisierte auf der Diagonalposition den Block gegen den Vallendarer Angriff. Und die 14‑jährige Emilia Adam sprang als Libera ein und rettete spektakulär zahlreiche Bälle vor dem Bodenkontakt.

Plötzlich änderte sich das gesamte Spielbild. In allen Aktionen steigerten sich die Volleys, spielten sicherer, mutiger und druckvoller. Endlich konnten auch die Mittelangreiferinnen Josefine Mentrup und Leonie Sperling ins Geschehen eingreifen und die gut positionierte Feldabwehr Vallendars überwinden. Dadurch rissen auch die ersten Lücken im Block auf Außen – die Angreiferinnen nutzten diese umgehend.

Besonders beeindruckend: Tessa Moog, die mit insgesamt 14 Zählern fleißigste Scorerin war und folgerichtig auch den 25. Punkt zum 2:2-Satzausgleich ins gegnerische Feld hämmerte.

Den Tie-Break und damit die Chance auf den Auswärtssieg hatten sich die Volleys redlich verdient. Und der Start verlief vielversprechend: Nach einer starken Aufschlagserie von Renate Kern gingen sie mit 4:0 in Führung und behielten den Vorsprung bis zum 8:7 Seitenwechsel knapp. Danach wogte das Spielgeschehen hin und her. Die Volleys gingen volles Risiko, leisteten sich dabei aber einige Eigenfehler zu viel. So reichte es am Ende nicht für die große Überraschung. Vallendar entschied den Tie-Break mit 15:13 für sich.

Ein Tabellenpunkt aber fährt mit nach Hause – und der Mut, sich aus aussichtsloser Lage heraus zurück ins Spiel gekämpft zu haben.

Es spielten: Amelie Reisz, Nele Güttler, Renate Kern, Emma Bögel, Emilia Adam,  Isabell Krawat, Tessa Moog, Josefine Mentrup, Marie Manthei, Leonie Sperling, Luisa Papritz

Fotos: Lars Hinter – Hier findet ihr alle Fotos. I
nstagram: https://www.instagram.com/lh_sportfotografie/

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