Damit hatten wohl selbst die optimistischsten Fans am Live-Ticker nicht gerechnet: In der Volleyball-Regionalliga Südwest sorgten die Volleys Marburg-Biedenkopf für die Sensation des Spieltags. Beim Tabellenführer Eintracht Frankfurt erkämpften sich die Schützlinge von Trainer Volkmar Hauf einen fulminanten 3:1-Auswärtssieg (25:19, 25:19, 13:25, 25:13) und setzen damit ein dickes Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenerhalt.
Dass der „harte Kern“ der Volleys inzwischen ausreichend resilient gegenüber ständigen krankheitsbedingten Ausfällen ist, bewiesen die lediglich neun angereisten Spielerinnen von Beginn an. Selbst als der erste Angriff in der „Höhle des Klassenprimus“ krachend am Frankfurter Block scheiterte, ließen sich die Volleys nicht bange machen. Im Gegenteil: Sie agierten zunehmend schlauer, suchten spielerische Lösungen und trieben die Frankfurter Angreiferinnen mit leidenschaftlicher Feldabwehr schier in die Verzweiflung.
Taktische Finesse und eine glänzende Regisseurin
Die Basis für den Erfolg legte die Qualität der ersten Ballkontakte. Libera Isabell Krawat sowie Tessa Moog und die nimmermüde Amelie Reisz ließen in der Annahme „nichts anbrennen“. Davon profitierte besonders die erst 15-jährige Spielmacherin Marie Manthei. Sie dirigierte den Angriff so glänzend und nervenstark, dass sie nach dem Spiel völlig verdient zur wertvollsten Spielerin (MVP) gewählt wurde. Immer wieder setzte sie die Mittelblockerinnen Leonie Sauerwald und Amelie Grünefeld ein, die mit 15 Punkten im Schnellangriff das perfekte Gegenmittel zur starken Frankfurter Blockpräsenz fanden.
Als überragende Scorerin auf dem Feld entpuppte sich zudem Tessa Moog. Mit 16 Zählern krönte sie sich zur besten Angreiferin. Trainer Volkmar Hauf sparte nicht mit Lob:
„Als kleine Angreiferin hat Tessa es trotz enormer Sprungkraft nicht einfach gegen den Doppelblock. Aber wie sie das Block- und Abwehrspiel der Gegnerinnen gelesen und immer das richtige Werkzeug aus ihrem Handwerkskasten gezogen hat, war beeindruckend.“
Nervenstärke nach dem Satzverlust
Nach einer souveränen 2:0-Satzführung schlug die Eintracht im dritten Durchgang wütend zurück (13:25). Doch wer glaubte, das Spiel würde nun kippen, sah sich getäuscht. Angetrieben von Josefine Mentrup, die auf der Diagonalposition mit Angriffen „ in quasi unmöglichen Winkeln“ punktete, und der späteren MVP Marie Manthei, die auch in der Abwehr spektakulär agierte, drehten die Volleys den Spieß im vierten Satz einfach wieder um.
Mit dem exakt gleichen Ergebnis des Vorsatzes (25:13) machten die Volleys den Deckel drauf und feierten einen Sieg, der ihnen auch den Respekt des Tabellenführers einbrachte. Durch diesen Erfolg halten die Volleys wieder direkten Kontakt zum hart umkämpften Mittelfeld der Regionalliga.
Es spielten: Amelie Reisz, Nele Güttler, Emma Bögel, Isabell Krawat, Tessa Moog, Josefine Mentrup, Marie Manthei, Leonie Sperling, Amelie Grünefeld